
Foto: Loricas Windpark Loitmark bei Kappeln an der Schlei, mitten in der Landschaft Schwansens: Was von der Straße aus wie ein vertrautes Alltagsbild wirkt, speist Strom ins Netz und Gewerbesteuer in die Kassen der umliegenden Gemeinden. Quelle: Lorica
Dass Windräder und Solaranlagen Strom erzeugen, ist bekannt. Weniger im Bewusstsein ist, dass sie auch einen erheblichen Beitrag zu den Gemeindefinanzen leisten, ganz direkt über die Gewerbesteuer.
Laut einer aktuellen Auswertung der Unternehmensgruppe Arge Netz flossen 2024 allein aus dem Betrieb von Windenergie- und Photovoltaikanlagen in Schleswig-Holstein zwischen 110 und 120 Millionen Euro in die kommunalen Haushalte. Das entspricht rund fünf Prozent des gesamten Gewerbesteueraufkommens im Land (Statistik Nord) und nahezu dem Niveau des bisherigen Rekordjahres 2022. Wind und Solar zählen damit branchenbezogen zu den bedeutendsten Gewerbesteuerzahlern im Land, noch vor Handel und Tourismus.
Was viele nicht wissen: Davon profitieren nicht nur die Standortgemeinden selbst. Über den kommunalen Finanzausgleich fließen mehr als 30 Prozent der erhobenen Gewerbesteuer in einen landesweiten Ausgleich und kommen so auch Kommunen zugute, in denen wenige oder gar keine Anlagen stehen.
Die Gewerbesteuer ist dabei nur ein Teil des Bildes. Planung, Projektierung, Bau, Betrieb und Wartung der Anlagen schaffen zusätzliche wirtschaftliche Impulse in der Region, ebenso wie freiwillige Leistungen der Betreiber durch Spenden, lokale Investitionen oder gesicherte Arbeitsplätze.
Die tatsächliche Wertschöpfung der Energiewende für den ländlichen Raum ist also deutlich größer, als es auf den ersten Blick scheint.
Quelle: Bauernblatt, Ausgabe 7, 14. Februar 2026, auf Basis einer Auswertung der Arge Netz GmbH & Co. KG
Tanja Kaiser